Wer Insulin spritzt, steht irgendwann vor der Frage: Wohin soll ich die Spritze setzen?
Keine Sorge – du hast mehrere Möglichkeiten! Aber: Nicht jede Stelle eignet sich gleich gut für jedes Insulin. Es kommt darauf an, ob du ein schnelles (Kurzzeit-) oder ein langsames (Langzeit-)Insulin spritzt.
In diesem Beitrag zeigen wir dir die Vor- und Nachteile der wichtigsten Injektionsstellen, ganz einfach erklärt.
1. Der Bauch – der Allrounder
Besonders geeignet für:
- Kurzzeitinsulin (z. B. vor dem Essen)
Warum?
Im Bauch wird Insulin am schnellsten aufgenommen. Perfekt also, wenn du möchtest, dass dein Insulin zügig wirkt – zum Beispiel zum Senken des Blutzuckers nach dem Essen.
Vorteile:
- Schnelle Wirkung
- Gut erreichbar
- Einfach zu wechseln (z. B. rechts/links vom Bauchnabel)
Nachteile:
- Nicht direkt neben den Bauchnabel spritzen (bitte 2 Finger Abstand!)
- Bei sehr schlanken Menschen manchmal unangenehm
2. Der Oberschenkel – eher gemütlich
Besonders geeignet für:
- Langzeitinsulin (z. B. Basalinsulin, das über viele Stunden wirkt)
Warum?
Hier wirkt Insulin langsamer, weil das Gewebe nicht so stark durchblutet ist wie am Bauch. Das ist gut, wenn du eine gleichmäßige, langsame Freisetzung brauchst.
Vorteile:
- Gut erreichbar
- Ideal für langsames Insulin
- Weniger empfindlich
Nachteile:
- Kurzzeitinsulin wirkt hier langsamer → kann zu hoher Blutzucker nach dem Essen führen
- Bei Bewegung (z. B. Sport) kann die Wirkung plötzlich schneller einsetzen
3. Der Po – der Geheimtipp
Besonders geeignet für:
- Langzeitinsulin
Warum?
Der Po ist gut gepolstert und das Insulin verteilt sich langsam – ideal für Basalinsulin, das über Stunden gleichmäßig wirkt.
Vorteile:
- Langsame, stabile Wirkung
- Weniger Schwankungen
Nachteile:
- Schwieriger für Selbstinjektion (Tipp: Spiegel benutzen oder Hilfe holen)
- Nicht jeder mag an diese Stelle ran 😉
4. Der Oberarm – wenn’s mal schnell gehen soll
Besonders geeignet für:
- Kurzzeitinsulin
Warum?
Im Oberarm wirkt Insulin relativ schnell, aber nicht ganz so schnell wie im Bauch. Eine gute Alternative, wenn du Abwechslung brauchst.
Vorteile:
- Guter Kompromiss zwischen schneller und langsamer Wirkung
- Praktisch, wenn man regelmäßig rotiert
Nachteile:
- Schwer allein zu erreichen (außer du bist gelenkig 😉)
- Gefahr von falscher Tiefe, wenn man schräg einsticht
Warum du die Einstichstellen wechseln solltest
Immer wieder dieselbe Stelle zu benutzen, kann zu Verhärtungen unter der Haut führen (sogenannte Lipohypertrophie). Das kann die Insulinaufnahme stören.
👉 Tipp: Wechsle regelmäßig die Stelle – zum Beispiel:
- Jeden Tag eine andere Bauchseite
- Nach ein paar Tagen von Bauch zu Oberschenkel
- Am Wochenende mal der Oberarm
Ein Fazit
| Injektionsstelle | Ideal für | Wirkung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Bauch | Kurzzeitinsulin | Schnell | Gut selbst erreichbar |
| Oberschenkel | Langzeitinsulin | Langsam | Gut für gleichmäßige Wirkung |
| Po | Langzeitinsulin | Sehr langsam | Super bei regelmäßiger Anwendung |
| Oberarm | Kurzzeitinsulin | Mittel | Schwieriger allein zu spritzen |
Wenn du gerade erst mit Insulin angefangen hast oder mal was Neues ausprobieren willst: Sprich am besten mit deinem Diabetesteam. Gemeinsam findet ihr die beste Stelle für dich – ganz individuell.
Bleib neugierig und immer stabile Werte!