
Rage Bolus: Wenn Wut zur gefährlichen Insulin-Dosis wird
Ich sitze am Küchentisch, schaue auf mein CGM und sehe die 280. Kein Pfeil nach oben, kein Pfeil nach unten – einfach nur diese Zahl, die mich anstarrt, obwohl ich vor zwei Stunden schon korrigiert habe. Und dann passiert das, was vermutlich jeder von uns kennt: Ich tippe wütend auf den Bolusrechner, ignoriere kurz, was ich eigentlich weiß, und gebe „einfach noch was drauf“. Nicht weil ich es durchgerechnet habe. Sondern weil ich stinksauer bin. Dieses Verhalten hat einen Namen, den man in deutschen Diabetes-Communities oft im Original hört: Rage Bolus. Eine offizielle deutsche Fachübersetzung gibt es nicht – man könnte es „Wutbolus“ oder „Frustrationsbolus“ nennen, aber das sind keine etablierten medizinischen Begriffe, sondern eher Umschreibungen, die sich in der Community eingebürgert haben. Gemeint ist immer dasselbe: eine impulsive, zusätzliche Insulingabe, die aus Ärger oder Verzweiflung heraus entsteht – nicht aus einer sauberen Berechnung. Was beim Rage Bolus wirklich passiert




