Koffein und Blutzucker – was passiert da eigentlich im Körper?
Viele Menschen mit Diabetes trinken gerne Kaffee – oft sogar mehrere Tassen am Tag. Doch hast du dich schon mal gefragt, ob Koffein deinen Blutzucker beeinflusst? Die Antwort ist: Ja, kann es – aber nicht bei jedem gleich stark.
☕️ Warum Koffein den Zucker ansteigen lassen kann
Koffein regt unser Nervensystem an. Dadurch schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Diese Hormone sorgen dafür, dass mehr Zucker aus der Leber ins Blut freigesetzt wird.
Gleichzeitig reagieren die Zellen kurzzeitig weniger empfindlich auf Insulin – das nennt man Insulinresistenz.
Beides zusammen kann den Blutzucker leicht erhöhen, vor allem nach dem Trinken von Kaffee oder Energy Drinks.
🔬 Was Studien zeigen
Forscher haben herausgefunden, dass Koffein den Blutzucker bei Typ-1-Diabetes um etwa 10–30 mg/dl erhöhen kann.
Bei Typ-2-Diabetes sieht es etwas anders aus: Langfristig kann regelmäßiger Kaffeekonsum sogar das Risiko für Diabetes senken – allerdings liegt das eher an den antioxidativen Pflanzenstoffen im Kaffee, nicht am Koffein selbst.
🧠 Wie du erkennst, ob Koffein dich beeinflusst
Jeder Mensch reagiert anders. Wenn du ein CGM-System nutzt, kannst du das leicht testen:
- Trinke morgens deinen üblichen Kaffee und beobachte deinen Zucker für 2–3 Stunden.
- Mach das an einem anderen Tag mit entkoffeiniertem Kaffee.
- Vergleiche die Werte.
Wenn du nach dem normalen Kaffee einen deutlichen Anstieg siehst, dann reagiert dein Körper empfindlich auf Koffein.
💡 Was du daraus machen kannst
- 1–2 Tassen Kaffee am Tag sind meist unproblematisch.
- Wenn du stärkere Anstiege siehst, versuche mal entkoffeinierten Kaffee oder Tee mit wenig Koffein.
- The obvious: vorsicht bei Energy Drinks – die enthalten oft viel Zucker zusätzlich zum Koffein!
- Achte auch auf den Zeitpunkt: Morgens vertragen viele Menschen Koffein besser als am späten Nachmittag.
⚖️ Fazit
Koffein kann deinen Blutzucker ansteigen lassen – muss aber nicht. Jeder Körper reagiert anders.
Mit etwas Selbstbeobachtung kannst du herausfinden, wie stark Kaffee dich beeinflusst.
Und das Beste: Du musst nicht auf den Kaffeegenuss verzichten – du solltest nur wissen, wie er auf dich wirkt.
Literaturquellen
- Lane JD et al., Diabetes Care 2008;31(2):221–222.
- van Dam RM & Hu FB, JAMA 2005;294(1):97–104.
- Robinson LE et al., Am J Clin Nutr 2004;80(3):682–687.

