Insulin richtig spritzen: So vermeide ich Lipotrophien

Meine Erfahrungen mit Lipotrophien

Hallo, ich bin Diabetiker und möchte heute etwas mit euch teilen, das viele von uns betrifft – vielleicht, ohne dass wir es merken: Lipotrophien. Das sind Veränderungen im Fettgewebe unter der Haut. Sie entstehen durch das regelmäßige Spritzen von Insulin. Ich hatte damit lange zu kämpfen, bis ich verstanden habe, worauf ich achten muss.


Was genau sind Lipotrophien?

Das Wort klingt ganz schön kompliziert. Es bedeutet einfach, dass sich das Fettgewebe unter der Haut verändert – meist dort, wo ich mir mein Insulin spritze.

Es gibt zwei Arten:

🧊 1. Lipohypertrophie

Das ist ein harter oder teigiger „Knubbel“ unter der Haut. Er entsteht, wenn ich zu oft an der gleichen Stelle spritze. Das Insulin selbst kann auch das Fettgewebe wachsen lassen. Die Stelle wird dann dick, aber nicht immer tut sie weh.

Früher dachte ich, es wäre praktisch, immer in dieselbe Stelle zu spritzen, weil ich da weniger gespürt habe. Heute weiß ich: Das war ein Fehler.

🕳️ 2. Lipoatrophie

Diese Form ist eher selten. Dabei schrumpft das Fettgewebe – es entsteht eine Einbuchtung in der Haut. Das kann durch eine Abwehrreaktion des Körpers auf das Insulin passieren. Ich habe das zum Glück nicht erlebt, aber ich kenne Menschen, die das sehr belastet hat – auch psychisch.


Warum das ein Problem ist

Lipotrophien sind nicht nur ein Schönheitsproblem. Das viel größere Problem ist:
Das Insulin wirkt an diesen Stellen nicht richtig.

Ich habe es selbst erlebt: Ich hatte plötzlich hohe oder stark schwankende Blutzuckerwerte – obwohl ich alles wie immer gemacht habe. Die Ursache lag in den veränderten Hautstellen. Dort kam das Insulin nicht mehr gleichmäßig ins Blut. Es war, als ob mein Körper ein Glücksspiel mit der Insulinwirkung spielte.


Wie ich gelernt habe, es besser zu machen

Hier ein paar Dinge, die mir wirklich geholfen haben:

Ich wechsle meine Spritzstellen regelmäßig.
Ich nutze dazu einen Plan, den mir meine Diabetesberaterin gegeben hat. So weiß ich immer, wo ich zuletzt gespritzt habe.

Ich taste meine Haut regelmäßig ab.
Am besten geht das beim Duschen oder Eincremen. Wenn ich eine harte oder ungewöhnliche Stelle spüre, spritze ich dort nicht mehr.

Ich benutze jede Nadel nur einmal.
Früher habe ich die Nadeln öfter genommen, um Müll zu sparen. Aber gebrauchte Nadeln machen die Haut schneller kaputt.

Ich achte auf die richtige Technik.
Meine Diabetesberaterin hat mir gezeigt, wie ich richtig spritze: Welche Nadel passt zu meinem Körper? Muss ich eine Hautfalte bilden? All das hilft, die Haut zu schonen.


Was ich anderen mitgeben möchte

Wenn du Insulin spritzt, nimm deine Haut ernst. Sie ist so wichtig für deine Therapie! Es lohnt sich, ein paar Minuten am Tag in die Pflege und Kontrolle zu investieren. Ich habe dadurch wieder bessere Werte bekommen – und fühle mich sicherer.

Falls du unsicher bist, sprich mit deinem Diabetes-Team. Manchmal sieht man selbst nicht, was die Haut wirklich braucht.


Hast du schon Erfahrungen mit Lipotrophien gemacht?
Schreib mir gern – ich freue mich über den Austausch!

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