Warum Füße bei Diabetes besondere Aufmerksamkeit brauchen
Unsere Füße tragen uns jeden Tag durchs Leben – und trotzdem schenken wir ihnen oft wenig Beachtung. Für Menschen mit Diabetes ist das besonders wichtig: Denn bei ihnen sind die Füße oft empfindlich oder sogar schon geschädigt.
Das liegt daran, dass hohe Blutzuckerwerte über längere Zeit die Nerven und Blutgefäße schädigen können. Die Folge:
- Viele Betroffene spüren Druckstellen, Hitze oder kleine Verletzungen kaum noch.
- Gleichzeitig ist die Durchblutung schlechter – Wunden heilen langsamer.
- Es entsteht schneller eine Entzündung, die sich ausbreiten kann.
Was harmlos beginnt, kann gefährlich werden: Das sogenannte diabetische Fußsyndrom kann entstehen – und im schlimmsten Fall muss ein Zeh oder sogar ein ganzer Fuß amputiert werden.
Aber: Mit der richtigen Pflege kannst du viel vorbeugen.
Die tägliche Fußpflege – so geht’s richtig
Es dauert nur ein paar Minuten am Tag – und kann deine Füße langfristig gesund halten. Hier ein paar einfache Schritte:
🦶 Füße täglich anschauen
Am besten nach dem Duschen oder vor dem Schlafengehen. Achte auf:
- Rötungen
- Druckstellen
- Blasen
- kleine Verletzungen
- Verfärbungen der Nägel
Tipp: Mit einem Handspiegel kannst du auch die Fußsohlen gut prüfen. Oder bitte jemanden um Hilfe, wenn du dich nicht gut bücken kannst.
💦 Waschen mit Gefühl
- Nutze lauwarmes Wasser, am besten unter 35 Grad.
- Kein heißes Wasser – du könntest dich verbrennen, ohne es zu merken!
- Verwende milde Seife.
- Danach gut abtrocknen – auch zwischen den Zehen! Dort entsteht sonst schnell Fußpilz.
🧴 Eincremen nicht vergessen
Trockene Haut wird schnell rissig – das ist gefährlich bei Diabetes.
- Eine feuchtigkeitsspendende Creme hält die Haut weich.
- Bitte nicht zwischen den Zehen eincremen – dort bleibt es sonst zu feucht.
🧽 Sanfte Hornhaut pflege
- Hornhaut regelmäßig mit einem Bimsstein oder einer Feile entfernen.
- Keine scharfen Werkzeuge oder Hobel – zu gefährlich!
✂️ Nägel richtig schneiden
- Immer gerade schneiden, nicht zu kurz.
- Keine Ecken rund schneiden – sonst können die Nägel einwachsen.
🧦 Socken und Schuhe mit Bedacht wählen
- Trage weiche, nahtlose Socken und bequeme Schuhe.
- Druckstellen vermeiden! Auch kleine Steinchen oder Falten in der Socke können Schaden anrichten.
Wann du lieber eine Fachkraft ran lassen solltest
Nicht jeder kann oder sollte seine Füße komplett selbst pflegen – und das ist okay! Wenn du:
- Taubheitsgefühle in den Füßen hast,
- schlecht heilende Wunden,
- sehr trockene oder rissige Haut,
- oder schlecht sehen kannst,
…dann hast du vielleicht Anspruch auf eine medizinische Fußpflege.
Diese wird von speziell geschulten Fachleuten durchgeführt – Podologinnen und Podologen. Sie:
- untersuchen deine Füße ganz genau,
- entfernen Hornhaut und behandeln Problemstellen,
- schneiden die Nägel fachgerecht,
- beraten dich zu Schuhen und Pflegeprodukten.
Sprich am besten mit deiner Hausärztin oder deinem Diabetologen. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten!
Fazit: Deine Füße verdienen deine Aufmerksamkeit
Ein kurzer Blick am Tag, ein bisschen Pflege, passende Schuhe – das klingt nach wenig Aufwand. Und doch kann genau das deine Füße vor großen Problemen schützen.
Der Diabetes-Experte Professor Thomas Haak sagt: „Die tägliche Fußpflege ist ein einfacher, aber sehr wirksamer Schutz vor dem diabetischen Fuß.“
Denk daran: Du kannst viel selbst tun – und bekommst Unterstützung, wenn du sie brauchst. Deine Füße werden es dir danken!

