👁️ Was ist eine diabetische Retinopathie?
Die diabetische Retinopathie ist eine mögliche Folgeerkrankung von Diabetes.
Sie entsteht, wenn dauerhaft zu viel Zucker im Blut ist.
Der hohe Blutzucker schädigt die feinen Blutgefäße in der Netzhaut, also im hinteren Teil des Auges.
Diese Gefäße werden brüchig und können Flüssigkeit oder Blut verlieren.
Dadurch wird das Sehen unscharf – im schlimmsten Fall droht eine Erblindung.
⚠️ Erste Anzeichen
Das Heimtückische ist: Am Anfang merkt man oft gar nichts.
Erst später können Symptome auftreten wie:
- Verschwommenes Sehen
- Schlechtere Nachtsicht
- Schwarze Flecken oder „fliegende Punkte“ im Blickfeld
- Verzerrtes Sehen
Wenn du so etwas bemerkst, solltest du sofort zum Augenarzt gehen.
🩺 Wie der Arzt die Erkrankung erkennt
Ein Augenarzt kann die Veränderungen früh sehen – noch bevor du etwas bemerkst.
Dazu wird die Pupille mit Tropfen erweitert, und der Arzt schaut mit einem speziellen Gerät auf die Netzhaut.
Diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten und sollte bei Diabetes mindestens einmal im Jahr gemacht werden.
💊 Wie wird die Retinopathie behandelt?
Die Behandlung hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
1. Blutzucker, Blutdruck und Blutfette gut einstellen
Das ist der wichtigste Teil!
Wenn die Werte stabil sind, verlangsamt sich die Erkrankung deutlich.
Auch Bewegung, gesunde Ernährung und Rauchverzicht helfen enorm.
2. Laserbehandlung
Der Arzt kann undichte Gefäße mit einem Laser verschließen.
So wird verhindert, dass Flüssigkeit oder Blut in die Netzhaut austreten.
Diese Behandlung ist kurz, meist schmerzarm und sehr effektiv.
3. Spritzen ins Auge (Anti-VEGF-Therapie)
Wenn sich Flüssigkeit im Auge sammelt, kann der Arzt spezielle Medikamente direkt ins Auge spritzen.
Diese Mittel stoppen das Wachstum neuer, schädlicher Gefäße.
Oft verbessert sich die Sehkraft danach wieder.
4. Operation (Vitrektomie)
Wenn Blut in den Glaskörper gelangt oder sich die Netzhaut ablöst, kann eine Operation helfen.
Dabei wird der Glaskörper entfernt und durch eine klare Flüssigkeit ersetzt.
Das ist ein Eingriff, der nur in schweren Fällen nötig ist.
🌱 Was du selbst tun kannst
- Halte deinen Blutzucker möglichst stabil
- Achte auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung
- Vermeide Rauchen
- Gehe einmal im Jahr zum Augenarzt – auch wenn du gut siehst!
- Lass Blutdruck und Blutfette regelmäßig prüfen
💬 Fazit
Eine diabetische Retinopathie entwickelt sich oft still und schleichend.
Doch mit guter Blutzuckereinstellung, regelmäßigen Kontrollen und moderner Therapie kann man sie aufhalten oder sogar verbessern.
Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Augenlicht zu erhalten.
📚 Quellen
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Leitlinie „Diabetische Retinopathie“
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), 2024
- American Diabetes Association (ADA), Stand 2024