Alkohol und Diabetes – eine riskante Mischung
Viele Menschen mit Diabetes trinken ab und zu ein Glas Wein, Bier oder Sekt. Das ist nicht verboten. Aber: Alkohol wirkt im Körper anders, wenn du Diabetes hast. Deshalb ist es wichtig, die Risiken zu kennen.
Was passiert mit dem Blutzucker?
- Am Anfang: Getränke mit Zucker (z. B. Bier, süße Cocktails) lassen den Blutzucker oft steigen.
- Später: Nach einigen Stunden sinkt der Blutzucker. Besonders nachts kann es zu einer Hypoglykämie kommen.
Warum? Weil die Leber mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist. Sie gibt dann weniger Zucker ins Blut ab.
Warum sind Hypos nach Alkohol so gefährlich?
- Die Anzeichen einer Hypo (zittern, Schwindel, unsicheres Laufen) können leicht mit „betrunken sein“ verwechselt werden.
- Freunde oder Familie merken vielleicht nicht, dass du eigentlich unterzuckert bist.
- Hypoglykämien können spät und unerwartet kommen, auch noch 6–12 Stunden nach dem Trinken.
Alkohol und Glukagon – ein Problem
Normalerweise hilft Glukagon bei schweren Hypos. Es bringt die Leber dazu, Zucker ins Blut abzugeben.
Aber: Wenn die Leber mit Alkohol beschäftigt ist, funktioniert Glukagon kaum oder gar nicht.
Das heißt: Nach Alkohol ist eine Glukagon-Spritze nicht zuverlässig. In Notfällen muss Glukose direkt gegeben werden (z. B. Infusion durch den Notarzt).
Tipps für einen sicheren Umgang mit Alkohol
- Niemals auf nüchternen Magen trinken. Vorher essen!
- Trinke langsam und wechsle mit Wasser ab.
- Plane eine kleine Mahlzeit vor dem Schlafengehen (langsame Kohlenhydrate).
- Stelle dir einen CGM-Alarm ein und achte in der Nacht besonders auf Werte.
- Freunde und Familie sollten wissen: Glukagon wirkt bei Alkohol nicht sicher. Im Notfall gleich 112 rufen.
Fazit
Alkohol ist für Menschen mit Diabetes nicht verboten. Aber er ist riskanter als für andere. Besonders die späten Unterzuckerungen sind gefährlich – und Glukagon kann dich nach Alkohol nicht zuverlässig retten.
Darum: Wenn du trinkst, tu es bewusst, in Maßen und nie allein.