Als Diabetiker ist die Verabreichung von Insulin durch eine Spritze alltäglich und oft geübt. Aber es gibt etwas, das man beachten sollte, um diesen Vorgang etwas angenehmer zu gestalten.
Der regelmäßige Spritzenwechsel ist wichtig.
In diesem Beitrag erklären wir, warum es so wichtig ist, bei jeder Insulin-Injektion eine neue Nadel zu verwenden.
Als Einleitung mikroskopische Aufnahmen von gewöhnlichen Nadelspitzen einer Insulinspritze.
Links neu und frisch aus der Packung, rechts nach der Verwendung.


1. Was passiert beim Spritzen mit einer alten Nadel?
Wenn du eine Insulin-Nadel mehrmals verwendest, verändert sie sich. Schon nach dem ersten Gebrauch wird sie stumpfer und kann sich leicht verbiegen. Das sieht man mit dem bloßen Auge nicht – aber dein Körper spürt es.
Folgen können sein:
- Die Injektion tut mehr weh.
- Die Haut wird gereizt oder entzündet.
- Es können kleine Knötchen unter der Haut entstehen (man nennt sie „Lipohypertrophien“).
- Das Insulin wirkt schlechter, weil es nicht gleichmäßig aufgenommen wird.
2. Gefahr von Infektionen
Eine benutzte Nadel kann Bakterien enthalten – auch wenn sie sauber aussieht. Wenn du sie wiederverwendest, können diese Bakterien unter die Haut gelangen. Das kann zu Entzündungen oder Abszessen führen.
Wichtig zu wissen: Auch wenn du die Nadel nur einmal benutzt hast und sie „noch gut aussieht“, ist sie nicht mehr steril (also nicht mehr keimfrei).
3. Probleme mit der Insulin-Wirkung
Insulin muss unter die Haut gespritzt werden – nicht in einen Muskel oder in eine veränderte Hautstelle. Wenn du öfter an derselben Stelle spritzt oder Nadeln wiederverwendest, kann sich die Haut verändern. Dann kommt das Insulin nicht mehr richtig an.
Das kann dazu führen, dass:
- dein Blutzucker schwankt,
- du mehr Insulin brauchst als eigentlich nötig,
- du dich oft müde oder schlapp fühlst.
4. Tut die neue Nadel mehr weh?
Viele denken, dass neue Nadeln mehr weh tun. Aber das Gegenteil ist der Fall! Neue Nadeln sind besonders fein und scharf. Sie gleiten besser in die Haut und verursachen weniger Schmerzen.
Benutzte Nadeln sind oft stumpf – das spürst du, auch wenn du es nicht siehst.
5. Tipps für den Alltag
Damit das Spritzen einfacher und sicherer wird, helfen dir diese Tipps:
✅ Immer eine neue Nadel verwenden – auch wenn es nur eine kleine Dosis ist.
✅ Nadeln richtig entsorgen – in einem durchstichsicheren Behälter (z. B. spezieller Sammelbox aus der Apotheke).
✅ Spritzstellen wechseln – jeden Tag eine andere Stelle nutzen. So bleibt deine Haut gesund.
✅ Nach dem Spritzen nicht reiben – das kann die Haut zusätzlich reizen.
✅ Mit deinem Diabetesteam sprechen – wenn du Fragen hast oder unsicher bist.
6. Fazit: Neue Nadel = sicheres Spritzen
Auch wenn es manchmal lästig erscheint: Es lohnt sich, nach jeder Insulin-Injektion eine frische Nadel zu verwenden. Deine Haut bleibt gesund, das Insulin wirkt besser – und du fühlst dich wohler.
Denk daran: Spritzen ist Selbstfürsorge. Und du hast es verdient, gut mit deinem Körper umzugehen.
Quellen (Literatur und Empfehlungen)
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Empfehlungen zur Insulintherapie
- Novo Nordisk: Broschüre „Richtig Spritzen – sicher und einfach“
- Fachzeitschrift Diabetes Care (2022): „Reuse of insulin needles and impact on glycemic control“
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