Datenhoheit bei Diabetes-Apps: Warum ich eine Petition gegen Abbotts geplante API-Änderung gestartet habe

Ein Arm mit einem CGM-Sensor zeigt Daten zur Blutzuckerüberwachung im Kontext von Diabetes-Management. | © GlucoseCode

Meine Blutzuckerwerte entstehen in meinem eigenen Körper. Trotzdem entscheidet am Ende oft ein Konzern darüber, welche App ich damit nutzen darf. Genau an diesem Punkt bin ich jetzt aktiv geworden – mit meiner ersten Online-Petition überhaupt.

Worum geht es konkret?

Abbott plant offenbar Änderungen an der Datenschnittstelle von LibreLinkUp. Für viele von uns ist diese Schnittstelle der stille Motor im Hintergrund: Sie sorgt dafür, dass unsere Glukosewerte aus der FreeStyle LibreLink App bei Drittanbieter-Lösungen ankommen – zum Beispiel bei GlucoDataHandler, xDrip+, Juggluco oder Nightscout-Anbindungen.

Wenn sich diese Schnittstelle so ändert, dass Drittanbieter draußen bleiben, betrifft das nicht nur ein paar Bastler-Apps. Es betrifft Werkzeuge, die für viele Menschen mit Diabetes längst zum festen Bestandteil des Alltags geworden sind – von der Anzeige auf der Smartwatch bis zur Fernüberwachung der eigenen Kinder über Nightscout.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die genauen technischen Details der geplanten Änderung sind aktuell noch nicht vollständig öffentlich dokumentiert. Was hier beschrieben wird, basiert auf Berichten und Diskussionen aus der Community der Open-Source-Diabetes-Tools. Ich empfehle, offizielle Ankündigungen von Abbott zusätzlich im Blick zu behalten.

Warum mich das persönlich umtreibt

Ich nutze selbst GlucoDataHandler zusammen mit meiner Smartwatch, um meine Werte im Alltag im Blick zu behalten, ohne ständig zum Handy greifen zu müssen. Das ist für mich kein nettes Extra, sondern ein echtes Stück Sicherheit und Lebensqualität. Und ich bin damit nicht allein: Tausende Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen verlassen sich täglich auf genau solche Lösungen, weil die offiziellen Hersteller-Apps nicht jeden Bedarf abdecken.

Diese Apps sind meist von Menschen mit Diabetes selbst entwickelt worden, oft ehrenamtlich, aus dem eigenen Leidensdruck heraus. Sie stehen für die Idee: Wir warten nicht darauf, dass die Industrie irgendwann liefert – wir bauen es uns selbst, wenn es sein muss. Genau diese Eigeninitiative würde ausgebremst, wenn der Zugang zu den eigenen Daten plötzlich eingeschränkt wird.

Die Kernfrage: Wem gehören die Daten?

Für mich steckt hinter der ganzen technischen Diskussion eine einfache Frage: Wer entscheidet eigentlich, was mit meinen Glukosewerten passiert?

Ich finde: Diese Entscheidung sollte bei mir liegen, nicht bei einem Unternehmen. Wenn ich meine Werte lieber in Nightscout sehen möchte statt in der Standard-App, oder wenn ich sie für eine automatisierte Insulinabgabe mit AndroidAPS nutzen will, dann sollte mir das offenstehen. Datenhoheit bedeutet für mich: Ich bestimme, welche Werkzeuge ich mit meinen eigenen Körperdaten verwende.

Was ich mit der Petition erreichen möchte

Ich habe deshalb eine Petition gestartet, die Abbott auffordert, eine offene und dauerhafte Schnittstelle für Drittanbieter-Apps zu erhalten. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache, und ob eine Petition am Ende wirklich etwas bewirkt, weiß natürlich niemand vorher. Aber ich bin überzeugt: Ein Versuch ist besser, als einfach zuzusehen.

👉 Jetzt unterschreiben: openpetition.de/bbvtd

Je mehr Menschen mitmachen, desto lauter wird unsere Stimme gegenüber Abbott. Deshalb meine Bitte an dich: Wenn dir der freie Zugang zu deinen eigenen Diabetes-Daten genauso wichtig ist wie mir, unterschreibe die Petition und teile sie in deinem Umfeld – in der Familie, im Freundeskreis, in Diabetes-Gruppen und auf Social Media.

Wie es jetzt weitergeht

Ich werde hier auf GlucoseCode.de über den Stand der Dinge berichten, sobald es Neuigkeiten von Abbott oder aus der Community gibt. Falls du selbst Erfahrungen mit GlucoDataHandler, xDrip+, Nightscout oder AndroidAPS gemacht hast und von der geplanten Änderung betroffen sein könntest, freue ich mich über deinen Kommentar. Gemeinsam sind wir als Community einfach lauter – und genau das brauchen wir jetzt.

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Hinweis:

GlucoseCode bietet keine medizinische Beratung.
Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der Information über technische und andere allgemeine Informationen im Diabetesmanagement.
Sie ersetzen nicht die individuelle Beratung durch Ärzt*innen oder medizinisches Fachpersonal.
Bei gesundheitlichen Fragen oder zur Therapieanpassung wende dich bitte immer an deine behandelnde Praxis.

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